Chronik des Mauerfalls - 2

Am 19. Oktober 1986 wird Egon Krenz durch das Zentralkomitee der SED als Nachfolger des gestürzten Erich Honecker zum Generalsekretär gewählt. Am 24. Oktober wird er dann zum Staatsratsvorsitzenden gewählt, was die Volkskammer vorgenommen hat. Für die Bürger stellt das keine Lösung dar, denn Krenz gilt als so etwas wie der Kronprinz Honeckers. Die Menschen demonstrieren weiter und fordern endlich die so dringend benötigten politischen Reformen. Am 04. November 1989 kommt es zu einer großen Kundgebung auf dem Berliner Alexanderplatz. Mehr als 500.000 Menschen haben sich hier versammelt. Vier Tage später tritt das Politbüro zurück. Die Massenausreisen halten weiter an und die Regierung der DDR gerät immer weiter unter Druck. Am 9. November 1989 verkündet dann Günter Schabowski, ein Mitglied des Politbüros, die Erleichterungen für Privatreisende bei Reisen ins Ausland auf einer internationalen Pressekonferenz. Diese Erleichterungen sollten sofort und unverzüglich in Kraft treten. In dieser Nacht strömen Tausende Menschen an die Grenze zu West-Berlin, an der die Soldaten die Übergänge öffnen –sie haben aber keine eindeutigen Befehle dazu erhalten.

Der Machtzerfall der SED wird durch die Öffnung der Mauer beschleunigt. Reformen und den Beginn einer Vertragsgemeinschaft mit der BRD kündigt Ministerpräsident Modrow am 13. November 1989 an. Das bisherige Ministerium für Staatsicherheit wird nun zum Amt für Nationale Sicherheit. Die SED bekommt am 1. Dezember ihren Führungsanspruch gestrichen, was durch die Volkskammer beschlossen wird. Am 3. Dezember tritt Egon Krenz aufgrund des wachsenden Drucks seiner eigenen Partei zurück. Die stalinistische Vergangenheit soll als vergangen erklärt werden, was auf dem Sonderparteitag am 8. Dezember beschlossen wird. Im Dezember 1989 fordern die Demonstranten die Deutsche Einheit und es entsteht die Parole „Wir sind ein Volk!“. Doch es gibt immer noch Stimmen, die die Eigenständigkeit der DDR fordern. Sie werden aber während der Demonstrationen ausgepfiffen und ziehen sich immer weiter zurück. Das Volk will eine rasche Wiedervereinigung haben.