Chronik des Mauerfalls - 1

Einst erklärte Erich Honecker, anlässlich des 40. Geburtstags der DDR, dass die Mauer noch in 50 oder 100 Jahren bestehen würde. In der Tat sah es so aus, als wäre die DDR noch stabil, vor allem die „Normalbürger“ merkten kaum etwas von der tiefen Krise, in der die DDR steckte. Doch wirtschaftlich zeichnete sich das Desaster bereits ab. Zu den Veränderungen, die zum Mauerfall führten, kam es aber von außen. Denn auch die Sowjetunion steckte in der Krise. Sie wollte das Wettrüsten beenden und die Ausgaben für das Militär beschränken. So unterzeichnete die Führung aus Moskau gemeinsam mit seinen Verbündeten im Januar 1989 das KSZE-Abkommen in Wien. Dadurch bekamen alle Bürger das Recht, aus- und wieder einreisen zu dürfen.

Am 2. Mai 1989 wurde der Stacheldrahtzaun zwischen Österreich und Ungarn abgebaut. In der DDR begannen die Demonstrationen mit der Forderung, ausreisen zu dürfen. Die Regierung bleibt jedoch hart. Zu Beginn der Sommerferien dann besetzen viele Bürger aus der DDR die deutschen Botschaften in Budapest, Prag und Warschau sowie die Ständige Vertretung der BRD in Berlin. Tausende Leute reisen nach Ungarn, denn sie wollen über Österreich in die BRD auswandern. Am 10. September öffnet Ungarn seine Grenze zu Österreich für die Bürger der DDR. Die Mauer beginnt zu bröckeln. Von der Tschechoslowakei aus dürfen DDR-Bürger nicht nach Ungarn ausreisen. Ende September wird die Botschaft der BRD in Prag besetzt.

Am 30. September lässt Honecker dann die Flüchtlinge ausreisen. Gleichzeitig wird die Grenze zur Tschechoslowakei geschlossen. Militärs verweigern Honecker jedoch die Umsetzung seiner Idee, mit Hilfe von Panzern in Leipzig die Demonstrationen zu ersticken. Am 17. Oktober wird Honecker gestürzt, sein Nachfolger ist Egon Krenz. Er kündigt die Wende an. Nun folgen Demonstrationen gegen die SED und die Forderung nach freien Wahlen sowie der Reisefreiheit. Dies zieht sich bis zum 09. November hin: Jetzt endlich fällt die Mauer.