2004

Im Januar des Jahres 2004 bekommt Irland ein Präsidentenamt übertragen: Das Land löst Italien von der Präsidentschaft ab, die es im Europäischen Rat innehatte. Im Februar wird in Frankreich eine Entscheidung in der Nationalversammlung getroffen, die unter der Bezeichnung Laizismusgesetz bekannt wurde: Von nun an dürfen in Schulen während des Unterrichts keine religiösen Symbole mehr getragen werden, sofern diese besonders auffällig sind. Im März stellt Mazedonien einen Antrag auf den Beitritt in die Europäische Union und in die NATO. Neue Mitglieder der NATO werden in dem Monat Litauen, Estland, Lettland, Slowenien, Slowakei, Bulgarien und Rumänien.

Zum 1. Mai 2004 bekommt die Europäische Union zehn neue Mitglieder, was im Rahmen der EU-Osterweiterung geschah. Im Einzelnen sind das Litauen, Estland, Lettland, Slowenien, Slowakei, Malta, Polen, Ungarn, Tschechei sowie die Republik Zypern. Ab sofort gilt daher auch in Polen, dass bei Investitionen das Recht der EU angewendet werden muss. Im Mai ändert die Türkei ihre Verfassung, damit sie sich den Erfordernissen einer Mitgliedschaft in der EU annähern kann. Estland wird in die NATO aufgenommen. Im Juli wird die Wehrpflicht in Italien für beendet erklärt.

Im August ist der Bundeskanzler Schröder der erste deutsche Kanzler, der an den Feierlichkeiten zum Gedenken an den Aufstand von Warschau als Ehrengast teilnimmt. Im November erscheint Eurostat, das Amt für Statistik in der Europäischen Union, im schlechten Licht. Der Grund dafür sind die geschönten Defizitzahlen, die Griechenland bei seinem Beitritt zum Euro vorgelegt hatte. Angenommen wird, dass auch die Zahlen Italiens manipuliert wurden. Zum 31. Dezember des Jahres 2004 wird der erste Block in Ignalina, einem Kernkraftwerk in Litauen, abgeschaltet. Die meisten Kosten für die Stilllegung wird die Europäische Union übernehmen.