1999

Seit dem 1. Januar des Jahres 1999 ist die Europäische Zentralbank, die ihren Sitz in Frankfurt am Main hat, für die Geldpolitik in allen Ländern, die zur Europäischen Union gerechnet werden, zuständig. Man einigte sich auf den Euro als gemeinsames Zahlungsmittel und als Währung in allen Ländern, die der EU angehören. Ab 1999 galt die Währung erst einmal nur für die Geschäfts- und Zentralbanken, ab 2002 dann als Zahlungsmittel für jedermann. Im Januar des Jahres 1999 tritt auch Finnland der Währungsunion bei.

1999 wurde der Bologna-Prozess eingeleitet. Der Beschluss zur Schaffung eines gemeinsamen europäischen Hochschulraums wurde von 29 Bildungsministern aus der EU gefasst. Seit 1999 gibt es die Generaldirektion Gesundheit und Verbraucherschutz, die eine Abteilung der Europäische Kommission ist. Sie wurde nach den Problemen mit der Rinderseuche BSE in Großbritannien und deren Ausbreitung in andere Staaten eingerichtet. Im Februar des Jahres können sich die Regierungen von Mazedonien und Bulgarien im Streit um die Sprache einigen. Es wird eine gemeinsame Erklärung verfasst und unterzeichnet.

Im März treten Polen, Ungarn und Tschechien der NATO bei. Gegen einige Mitglieder der Europäischen Kommission werde Vorwürfe wegen Korruption erhoben. Sie treten von ihrem Amt zurück. Ebenfalls im März beteiligt sich die Bundeswehr das erste Mal mit Tornado-Flugzeugen bei Angriffen in Jugoslawien. Im Juni stellt die NATO die Angriffe ein. Außerdem marschieren die ersten Truppen der NATO im Kosovo ein. Im September wird deutlich, dass das Parlament der Schweiz die Annäherung an die Europäische Union weiterhin unterstützt.

Im Dezember wird Nordirland seine Autonomie wieder zugesprochen und das nach 27 Jahren, in denen das Land unter britischer Herrschaft stand. Ebenfalls im Dezember wird in Albanien die Todesstrafe als verfassungswidrig erklärt. Der Europarat beschließt, dass erste Aufnahmegespräche mit Bulgarien über dessen möglichen Beitritt in die Europäische Union begonnen werden. Auch die Türkei stellt einen Antrag auf Aufnahme in die EU.