Europa 1989-2009

2009 war das 20. Jubiläum des Mauerfalls und des Falls des Eisernen Vorhangs. Zahlreiche Feiern und Veranstaltungen wurden ausgerichtet, so die symbolische Mauerreise. Dabei wurden zwanzig Mauersteine von Berlin nach Jemen, Zypern, Palästina, Korea und Israel sowie einige weitere Orte gesendet. Ebenfalls anlässlich des Jubiläums rissen zahlreiche Palästinenser ein acht Meter hohes Segment der Mauer der israelischen Sperranlage ein. In vielen Weltstädten fanden große Feiern auf den Straßen statt, in den Kirchen wurden Gottesdienste anlässlich des Jubiläums abgehalten und sogar privat feierten die Leute.

Sicher hat jeder noch die Bilder im Kopf, als die Berliner Mauer fiel und sich Tausende von Menschen in den Armen hielten. Was viele gehofft, aber nicht geglaubt haben, ist am Ende wahr geworden: Deutschland wurde wieder vereinigt und es gibt nur noch ein Volk. Dabei erklärte Erich Honecker einst, dass die Mauer auch in 50 oder 100 Jahren noch stünde. Die DDR erschien tatsächlich als stabil, obwohl sie wirtschaftlich und politisch gesehen eigentlich bereits am Ende war. Doch die Veränderungen kamen nicht von innen, sondern von außen. Die Sowjetunion steckte in der Krise und musste nun auch die Militärausgaben begrenzen, was gleichzeitig bewirken sollte, dass das Wettrüsten ein Ende hätte.

So wurde im Januar 1989 das Wiener KSZE Abkommen unterzeichnet und zwar durch die Führung in Moskau sowie durch die Verbündeten. Nun hatten alle Bürger das Recht, auszureisen und wieder nach Hause zurückkehren zu dürfen. Im Mai wurde dann der Stacheldrahtzaun zu Österreich durch die ungarischen Soldaten abgebaut. Die Menschen in der DDR warteten auf ihre Ausreise, doch die Regierung genehmigte sie nicht. Die Menschen besetzten dann im Sommer die Ständige Vertretung der BRD und die Botschaften in Warschau, Budapest und Prag. Im September bröckelte die Mauer. Doch bis zum Oktober zieht sich alles noch hin, erst dann wird Honecker gestürzt. Durch seinen Nachfolger Egon Krenz wurde die „Wende“ einberufen.